Are you daydreaming?

Geht das nur mir so oder kennt ihr das auch, wenn man an manchen Tagen das Gefühl hat, irgendwo da draußen lauert genau das Leben, das für einen bestimmt ist, aber man lebt trotzdem ein anderes? Seit einiger Zeit frage ich mich ständig, was eigentlich aus meinen ganzen Träumen geworden ist. Als Kind oder Teenager hätte ich bestimmt nie gedacht, dass ich einmal ein so belanglos-langweiliges Leben führen würde. So ein „Normalo-Leben“.
Weder bin ich Hubschrauber-Pilotin geworden, noch Schriftstellerin, wovon ich noch immer träume. Ich bin auch nicht nach Amerika ausgewandert, um in Georgia Lehrerin zu werden. Ich bin nicht in die Niederlande gegangen, um dort AH-64 zu fliegen. Weder habe ich Journalismus studiert, noch Archeologie oder Germanistik.

Manchmal frage ich mich, ob ich nicht mein Leben irgendwie verschwende. Wenn man ganz ehrlich ist, war sogar mein Jahr im Ausland rausgeworfene Zeit. Es hat mir nichts gebracht, außer, dass sich hier in Deutschland alles ein Jahr verspätet hat. Aus dem Jahr konnte ich nichts machen, denn der Gedanke, mich studieren zu lassen, war meinen Eltern wohl ziemlich unheimlich. Ich sollte also lieber eine Ausbildung machen.
Die Entscheidung, Steuerfachangestellte zu werden, endete im nächsten verschwendeten Jahr meines Lebens. Die Ausbildung war zum… na ja, ihr wisst schon.
Ich brach ab und hatte dann einigermaßen Glück: Als Beamten-Anwärterin stand für mich ein FH-Studium auf dem Plan. Nun ja, Finanzwirtschaft. Ein Studiengang, der in etwa so abenteuerlich ist, wie er klingt.😉
Egal, bestanden ist bestanden, ich habe einen guten Job und kann im Großen und Ganzen wirklich nicht klagen.
Nur fehlt mir dieses gewisse Etwas, das Besondere. Ich lebe vor mich hin, schleppe mich durch die Woche und vermisse irgendetwas.

Was hat mich denn nun schon wieder in „my blue mood“ versetzt? (In case you’ve wondered: The full nickname is Ciaran Blue…)

Ein ziemlich interessantes Blog ist Schuld, und zwar das von der Pioneer Woman. Mitten in der Großstadt traf sie ihren Cowboy und lebt nun, viele Jahre später, glücklich mit ihm den gemeinsamen Kindern auf einer Ranch.

Ich habe Mike the Mupp vorhin schon einmal darauf hingewiesen, dass Cowboy-Stiefel und ein Stetson ihm bestimmt gut stehen würden. In Gedanken half ich schon jungen Kälber auf die Welt und verteidigte unsre Farm mit der Flinte gegen Banditen, während der Mann des Herzens unterwegs ist, um irgendwen vor irgendwas zu retten (er wäre nicht nur ein Rancher, sondern auch ein Sheriff). Die Romantik in der ganzen Angelegenheit ging an Mike aber irgendwie vorbei, auch wenn wir ein paar Scherze über Rodeo-Man und Lasso-Girl machten.

Trotzdem grübel ich schon den ganzen Tag darüber nach, wie, wo und wann sich für mich die große Zufriedenheit mit mir und meinem Leben einstellen wird.
Ich vermute mal: nie. Oder: manchmal. Und ich vermute weiter: das geht jedem irgendwann mal so.

Geht es euch manchmal auch so? Wenn ja, was fehlt euch? Was würdet ihr ändern? Kann man etwas ändern?

16 Kommentare

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16 Antworten zu “Are you daydreaming?

  1. Boah, das sind ganz schön intime und private Fragen, die Sie da mal gerade so nebenbei im Internet stellen… Im Café würde ich es Ihnen vielleicht erzählen, aber so? In aller Öffentlichkeit? Himmel, ich verschweige in meinem eigenen Blog ja sogar meinen Beruf, um nicht unbegrenzt von allen Suchmaschinen auffindbar als gläserne Dame bereitgehalten zu werden… Aber natürlich haben Sie recht. Wo sind die Träume hin? Und was ist aus ihnen geworden? Naja. Ich arbeite daran.Ich gucke mal, dass ich mich dieser Frage (in der gebotenen Netzverschwiegenheit, aber vielleicht auch in etwas mehr Offenheit) widmen werde.Liebe Grüsse von derGarnprinzessin

  2. Natürlich haben Sie recht, Frau Garnprinzessin, was die Netzverschwiegenheit angeht, heute fühlte ich mich jedoch gänzlich allein und unverstanden und seltsamerweise gibt es in den unendlichen Weiten des Internets überraschend viele Menschen, die einen besser verstehen, als die eigenen Freunde.Natürlich würde ich mich sehr freuen, Ihre Meinung zu lesen, aber fühlen Sie sich bitte nicht genötigt, ihr Privatleben offen zu legen, ich wollte niemanden mit meinen „Musings“ zu Offenbahrungen nötigen.

  3. Tjaja, das altbekannte Dilemma zwischen Träume ausleben und der Notwendigkeit, Geld für seinem Lebensunterhalt zu verdienen. Beides gelingt wohl den wenigsten. Es sei denn, die Träume sind bescheidenerer Art. Mich kotzt mein Beruf auch des öfteren mal an. Besonders Montag morgens😉 Und das, obwohl es mal mit Anfang 20 mein Traumberuf war. Aber grundsätzlich macht er immer noch Spaß. Und dieses Gefühl, alles ist eintönig, jede Woche verläuft gleich, das hat glaube ich jeder mal. Wichtig: Nicht damit abfinden und resignieren.Macht Dir Dein Job im Allgemeinen wenigstens Spaß? Oder gar nicht? Wenn letzteres, ändere es. Denn Du musst noch mindestens 40 Jahre arbeiten. Das hält man nur durch, wenn die Arbeit zumindest den Großteil der Zeit Spaß macht. Wenn sie absolut keinen Spaß macht, fange an, nebenher das zu studieren, was Du wirklich machen möchtest. Gibt ja Fernstudiengänge. Du bist noch jung genug, um den Job zu wechseln. Wenn’s aber nur am allgemeinen Einerlei im Leben liegt, dann ist Aktivität angesagt. Mach mal was Verrücktes. Du wolltest Hubschrauber-Pilotin werden? Dann gönne Dir wenigstens eine Schnupperflugstunde. Habe ich mal auf einer Cessna gemacht, war total irre. Du willst Schriftstellerin werden? Fang an zu schreiben.Verschwenden tust Du dein Leben nur, wenn Du auf irgendetwas wartest, was vielleicht doch nie eintrifft. Genieße das hier und jetzt. ich finde es traurig, daß Du sagst, Dein Jahr im Ausland habe nichts gebracht. Vielleicht nicht für die Zukunft, aber hast Du es nicht genossen? Neue Lebensweisen und neue Menschen kennengelernt? Ein anderes Land gesehen? Wichtig: Raus aus dem Alltag. Mach was. Erlebe was. Mach mit Mike einen Wochenend-Ausflug. Geht zelten. Nimm ein paar Reitstunden. Geht mal Quad-Fahren. Oder ins Theater. Mache irgendwas, was Du noch nie gemacht hast. Irgendwas. Hauptsache es unterbricht die Eintönigkeit. Guck mal hier: http://www.yamando.de/Wenn ich mal frustriert bin, weil mein Leben gerade sehr eintönig verläuft, krame ich alte Fotoalben heraus. Und erinnere mich an die vielen tollen Sachen, die ich schon erlebt habe. Und ich weiß, daß ich mir noch viele Träume erfüllen werde. Ich will noch das Taj Mahal sehen. Und nach Peru. Die Pyramiden habe ich auch noch nicht gesehen. Und ich will einen Geparden flauschen. Und ich will auf die Stitches. Und nach Tansania. Und darauf freue ich mich, wenn mich der Job mal wieder nervt, denn dann weiß ich wieder, warum ich das eigentlich mache.So, und nun gucke ich Fußball, damit ich mitreden kann :-)))Liebe GrüßeTina *die sich gerade höchst mütterlich vorkommt ;-)*

  4. Ach Gott, da könnte ich jetzt einen Roman schreiben, aber jetzt läuft Fußball. Gibt’s später. Vielleicht auch etwas privater. Nur kurz: Warten Sie nicht darauf, dass Ihr Leben irgendwann toll wird, machen Sie es einfach jetzt. Es geht. Versprochen. Leben Sie im Augenblick. Es gibt nur das Jetzt. Hören Sie auf zu warten. Es gibt nichts, was sie nicht tun können – nur ist uns für manche Dinge der Preis zu hoch. Ach, so ein weites Feld… das ist übrigens auch ein Prozess, geht nicht von heute auf morgen. Vertrauen ist wichtig. Vertrauen Sie sich. Und: es ist nie zu spät, egal für was. Die meisten Einwände gegen dies und jenes bauen wir uns selbst auf. Und glauben Sie nicht, Job hinschmeißen und was neues anfangen, sei unmöglich. Fragen Sie sich lieber, wie Sie es hinkriegen.Bei mir klappts ja auch ;)Muss jetzt Fußball gucken, aber glauben Sie mir: Sie sind alles, nur nicht unverstanden!

  5. Hallo Tina,manchmal braucht man auch mal ein paar mütterliche Freunde. :)Vielen Dank für deine Gedanken. Deine Pläne klingen verlockend, einige deiner Vorschläge spuken auch schon länger in meinem Kopf herum.Ich finde, dass du mit allem, was du sagst, recht hast, nur in solchen Bäh-Momenten verabschiedet sich der gesunde Menschenverstand bei mir ganz gern mal… ;)Kleinigkeiten habe ich schon angestoßen, zum Glück.Ab Dienstag gebe ich eines meiner Aufgabenfelder ab und bekomme zwei neue hinzu. Vielleicht bin ich dann zufriedener mit dem Job.Im Großen und Ganzen ist der Job wirklich okay, wenn natürlich auch nicht mein Traum, den verwirklichen sich wohl die wenigsten.Über ein Fernstudium denke ich seit einer Weile nach, über das Schreiben auch.Nur komme ich abends so erschlagen nach Hause, dass ich froh bin, dass ich noch einigermaßen verständliche Blogtexte verfassen kann. ;)Vielleicht werde ich das Gefühl der Stagnation ja bald wieder los, ich hoffe es zumindest.Es müssten sich vielleicht ein, zwei grundsätzliche Sachen ändern.Zum Beispiel wäre ich schon froh, wenn ich nicht mehr 50 km eine Strecke zur Arbeit fahren müsste.Dann hätte ich wesentlich mehr Zeit für mich selbst und wäre vielleicht nicht immer so müde. Und ich müsste nicht mehr um 5 Uhr morgens aufstehen.Allerdings wohnen wir schon auf halber Strecke, Mike und ich. Er muss in die andere Richtung und zur Zeit kann niemand an den Dienstort des anderen wechseln. Siehst du, das ist alles Kleinkram, der sich summiert.Ich hätte gerne mehr Zeit für mich, ich würde gerne weniger arbeiten müssen. Also, 40 Stunden wären schon ok. ;)Übernächste Woche gehts mal in die Tanzschule, als kleiner Schritt in Richtung wiederkehrende Zufriedenheit. Bewegung kann nicht schaden, andere Leute auch nicht.Gezeltet wird im August. Na ja, heute geht mir der Alltag wirklich auf den Geist.Ich werde hier natürlich auch nicht jedes Detail erwähnen, der ein oder andere Leser kennt mich ja vielleicht schon persönlich.Ich danke euch jedenfalls sehr fürs „Zuhören“ und dafür, dass ihr eure Gedanken mit mir teilt.Liebe Grüße,Ciaran

  6. Hallo Frau Blasebalg,da haben wir gerade zeitgleich getippt. ;)“Es gibt nichts, was sie nicht tun können – nur ist uns für manche Dinge der Preis zu hoch.“Ja, ganz genau!Den Job werde ich auf keinen Fall hinschmeißen, ich habe viel zu hart dafür gekämpft. Auch glaube ich, dass es dort nur besser werden kann, sobald ich länger dabei bin.Meine innere Einstellung ist wohl das Problem. Ich will etwas verändern, kann auch etwas verändern, wenn ich nicht am Umfeld scheitern würde. Privat und auf der Arbeit.Finden Sie erst einmal Menschen, die so denken, wie Sie selbst! Die ihre Gedanken und Beweggründe verstehen!Ich bin wie ein Teamplayer, der ohne seine Mannschaft irgendwo gestrandet ist, in einer Welt voller Einzelspieler. Verzeihen Sie die abgedroschenen Phrasen, heute ist ein Bäh-Tag, da fehlt mir immer die Hälfte meines gesunden Geistes.Ich muss gestehen, dass ich fast den ganzen Tag japanische Animes angesehen habe, so albern, so romantisch, Pandas und Ferkel… ähhhh… Ein kleiner Trost, fast wie Schokolade. ;)Eine Katze zum Trösten wäre jetzt auch fein.^^Fussball verfolge ich nur im Live-Ticker – Sie verstehen: der Aberglaube… *ggg*LG,Ciaran

  7. Hallo …habe dich über Tichiro „gefunden“ und auch wenn wir uns nicht kennen, könnten wir uns im Moment die Hand reichen. Solche Gedanken habe ich dann und wann, seit ich halt älter werde (kein Geheimnis – bin aktuell 41).Offen gestanden hatte ich nie konkrete Pläne o.ä.; bei mir ist es dann und wann das mit dem „War es das?“ – durch meine vor Jahren wieder aufgeflammte Strickleidenschaft stelle ich mir heute vor, dass es wunderbar wäre, beruflich etwas in der Richtung machen zu können. Da wir aber alle wissen, dass jeder Beruf Vor- und Nachteile hat, wäre auch so ein Beruf nicht nur Zuckerschlecken und würde sicher nicht täglich neue Abenteuer bereithalten. Und immer komme ich zu meinem Fazit: ich habe einen recht guten Job und mein Einkommen, was dann wieder dieses gute Gefühl der „Sicherheit“ gibt. Und das ist in der heutigen Zeit nicht zu verachten. Meiner grossen Strickleidenschaft (die vielleicht bei passendem Beruf leiden würde – wer weiss …) gehe ich dafür in meiner Freizeit nach.LG; Anja (myblog.de/Sockenanja)

  8. Hallo Anja,oh ja, da können wir uns wirklich die Hand reichen. :)Das mit dem Sicherheitsgefühl ist bei mir genauso.Daher kann ich wohl wirklich nur meine Sichtweise und/oder mein Privatleben ändern.Beides ist aber verdammt schwer.Man ist ja auch nicht allein und kann nicht alles von heute auf morgen ändern (dann hätten wir hier eine Tierpension und Mike wäre ganz und gar nicht begeistert, vermute ich^^).Ich habe mal jemanden gefragt, der sein Hobby Handarbeiten mit einem eigenen Laden zum Beruf gemacht hat… Sie sagte in etwa, dass einem klar sein muss, dass es ein Hobby ist, mit dem man sich nicht unbedingt allein über Wasser halten kann.Viele liebe Grüße,Ciaran

  9. Ich krieg es nicht hin. Nach drei Anläufen kann ich immer noch nicht ausdrücken, was ich denke und meine. Und selbst wenn ich es könnte, würde es Ihnen nicht aus Ihrer akuten Igittibäh-Phase raushelfen. Hm.Tut mir leid. Aber ich denke an Sie und schicke ein bisschen positive Energie rüber. Fühlen Sie sich bitte ganz doll umärmelt.

  10. Huh. Würde auch gerne noch mehr dazu schreiben, muss aber jetzt (na? wohin wohl? genau!) in Richtung Arbeit…Bis später sagt dieGarnprinzessin

  11. Ähem! Ich frag mich jetzt gerade ob ICH diesen Text mal geschrieben habe, oder ob der tatsächlich von dir ist. Denn bis auf ein paar Kleinigkeiten (das mit dem Hubschrauber) sprichst du mir so was von aus der Seele. Hm. Ich glaub ich tipp mal schnell ein Mail… Lieben Gruß vom Platypus

  12. Jetzt muss ich auch noch mein Kommentar abgeben.Du bist noch jung.Die ganze Welt steht dir offen.Aber überlege gut was du genau willst.Es hört sich immer gut an ins Ausland zu gehn, aber auch das kann Nachteilen haben.Man hat sein Leben selber in der Hand un daraus zu machen was man will.

  13. Frau Ciaran, ich glaub, ich hab Ihre E-Mail-Adresse gar nicht, und ich find sie auch nicht auf der Website… würden Sie mir die geben? Ich würde Ihnen gern noch bisschen was schreiben darüber, was ich getan hab, als es mir so ging, aber das mag ich nicht allzu weit in der Öffentlichkeit breittreten.

  14. Vielen, vielen Dank für euren Zuspruch und die Umärmelungen!!!Heute geht es mir ein wenig besser, nicht mehr ganz so bäh (ich lasse mich von einer Tüte Chips trösten).Ich bin noch ein wenig nachdenklich gestimmt. Auf der Arbeit habe ich Vorgänge sortiert und ein paar Sachen ins Rollen gebracht, die eine nette Kollegin mir uberlassen hat und die Spaß machen.Meine E-Mail Adresse lautet:Miss(dot)Ciaran(at)yahoo(dot)deLiebe Grüße,Ciaran

  15. Puh, Mail ist unterwegs, und an meiner Tastatur klebt Blut, weil ich mir die Finger wundgetippt hab. Hihi. Nur Spaß. Aber ist schon was länger geworden…

  16. Grrr, der Mister Mupp hat mich beim Mail-Beantworten gestört und macht eine Forsetzung dank E-Gitarren-Spiel grad unmöglich – bin extrem geräuschempfindlich und er und sein Verstärker sitzen nur 2 m entfernt.😦 Ich antworte später oder morgen in Ruhe. Bitte nicht bös sein!

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