Gelassenheit

Bitte lass mich gelassener werden. Lass mich ruhiger werden, lass mich endlich erwachsen werden.

Bitte gib mir mehr Verstand, gib mir weise Voraussicht, gib mir Lebenserfahrung.

Bitte hilf mir, die Klappe zu halten. Lass mich innehalten, bevor ich rede. Hilf mir, die Dinge zu durchschauen, lass mich Feinde erkennen.

Bitte, bitte, mach mich doch endlich stark! Oder lass mich wenigstens nicht allein! Ich kann nicht mehr, das ist zu viel für mich.

Ich habe solche Angst, wo ist meine ganze Hoffnung geblieben?

Ich hatte so viele Träume, ich war motiviert, ich wollte etwas bewegen, ich wollte etwas schaffen. Guter Wille allein zählt aber nicht. Wer die Strömungen nicht kennt, geht schnell unter.

Wann war der Augenblick, als ich den Boden unter den Füßen verloren habe?

Im Moment habe ich solche Angst, wieder in eine meiner dunklen Phasen abzugleiten. Dabei hatte ich geglaubt, es würde endlich alles besser, ich wäre gerettet, ich wäre nun stärker, selbstbewusster. Wie kann das sein? Beginnt die Winterdepression nun schon im August?

Wie finde ich mein Gleichgewicht wieder? Wie finde ich mich selbst wieder? Ich weiß gar nicht mehr, wer ich eigentlich bin.

11 Kommentare

Eingeordnet unter Allgemein

11 Antworten zu “Gelassenheit

  1. hey crab! nicht den kopf hängen lassen – ich schieb solche phasen dann immer gern auf die hormone😉 lass nicht zu, dass dich deine angst bestimmt! geh mit deinem schatz bummeln, leg dich in die sonne und genieße ein eis, freu dich an deinen handarbeiten, mach ein körperpeeling und creme dich danach mit deiner lieblingscreme ein, geh zur pediküre und lass dir die zehennägel toll lackieren (die pediküre kitzelt immer so doll) oder freu dich auf norwegen….
    fühl dich umarmt
    steffi

  2. Hallo,

    hey, was ist denn los? Wovor hast du solche Angst? Ich glaub du solltest dich nciht so unter Druck setzen, sonst ist es umso wahrscheinlicher, dass du wieder abgleitest. Geniess doch einfach das Leben, such dir ein Hobby, das dir Spass macht. Glaub mir: da tankt man Kraft fuer den ollen Alltag. Und der ist dann nur noch halb so schlimm.😉
    Liebe Gruesse,

    Steffi

  3. Vielen Dank, ihr zwei Steffis, für euren Zuspruch.
    Ich sehe überall nur Fehler, die ich mache.
    Habe vergangene Nacht schlecht geschlafen und war froh, als ich aufstehen durfte heute morgen.
    Nach den ersten Stunden Stress auf der Arbeit hatte ich dann keine Zeit mehr, viel zu grübeln.
    Aber eines der Probleme ist wohl auch, dass ich jeden Tag Überstunden mache und danach (trotz Häkeln oder Stricken) nicht abschalten kann. Alles dreht sich um die Arbeit.
    Ich spiele ernsthaft mit dem Gedanken, mir nächstes Jahr eine andere Stelle zu suchen.
    Ein halbes Jahr noch hier bleiben, alles auf Reihe bringen, den Weihnachtsstress noch mitnehmen, dann im Januar Urlaub machen und davor oder direkt danach die Bewerbungen wegschicken… Das wäre gar nicht so verkehrt, oder?
    LG,
    Crab

  4. konnte nicht strickend aufs sofa sitzen, ohne hier noch einmal reinzuschauen…

    die idee mit den bewerbungen finde ich gar nicht übel. aber vielleicht gar nicht so weit weg schieben. gleich damit anfangen und wenn es neue möglichkeiten gibt, dich beruflich zu verwirklichen, dann kannst du immer noch wählen, was du machst. mir hat sowas mal extrem geholfen, meinen aktuellen job wieder mit mehr elan anzugehen. wenn man nämlich weiß, dass man woanders auch arbeiten kann, weil man eben gar nicht so schlecht ist, wie man selber denkt, dann läuft auf einmal ganz vieles wieder wie von allein…

    zum abschalten mal pmr nach jacobsen probieren, das hat mir immer geholfen (geht sofort, auch ohne kurs und die nötige anleitung kann ich dir gerne zukommen lassen).

    lg
    steffi

  5. Hallo Steffi,
    was ist PMR? Das sagt mir gerade gar nichts. Wenn du mal Lesetipps o.ä. hast, würde ich mich gern mal schlaumachen.
    Vielen, vielen Dank dir noch einmal für die schnelle Antwort hier. Manchmal hilft es mir sehr, einfach einmal alles aufzuschreiben und die Gedanken von euch anderen dazu zu lesen.
    Liebe Grüße!!!

  6. Ach, jetzt weiß ich Bescheid!
    Die Abkürzung sagte mir nichts. Hätte ich Depp aber auch mal bei Google eingeben können… Manche komme ich auf die einfachsten Dinge nicht.
    Solche CDs habe ich auch noch (meine damalige Therapeutin empfahl sie mir), aber trotzdem ganz lieben Dank für das Angebot!
    Ich werde meine maln rauskramen, ich habe da schon gar nicht mehr dran gedacht.
    Lg & Danke,
    Crab

  7. kuenstlichewelten

    die ersten setzte treffen auch vollkommen auf mich zu😀
    LG

  8. Lena

    Hallo Crab

    Ich bin gerade auf dein Blog gestoßen und bin total fasziniert. Ich überlege auch schon seit längeren mir einen anzulegen, aber ich weiß nicht recht ob ich es durchhalte, deswegen suche in nach interessanten Blogs die mich ein bisschen motivieren😉

    In deinen letzten Einträgen stelle ich aber zunehmende negative Gedanken und Selbstzweifel bei dir fest. Ich war schockiert als ich das Wort „Depression“ gelesen habe, weil… ich hatte sie auch! Und wie du dich schilderst, deine Selbstzweifel und deine Ängste… Verdammt, hat denn hier keiner deiner regelmäßigen Leserinnen den Mut es laut auszusprechen?! Die meisten haben wohl tatsächlich gut gelernt wie man sich auf die Zunge beißt, wenn es um unangenehme Sachen geht! … Dann eben doch ich! Ich glaube du hast noch immer Depressionen und zudem noch sehr schwankende. Heute mehr als gestern und morgen, aber sie sind da. Vielleicht fällt mir dieses Muster auch nur besonders schnell auf, weil ich weiß wie du dich fühlst.
    Ich befinde mich immer wieder in Therapie deswegen und es hilft! Schade, das es bei dir nicht angeschlagen hat😦 Ich hab leider keine E-mail Adresse gefunden, sonst hätte ich das hier nicht so öffentlich geschrieben… Ich lasse dir meine da. Nur so – als Anker für dich.

    Alles Gute weiterhin und das Blog ist wirklich spitze! Das ist etwas auf das du wirklich stolz sein kannst🙂

    LG, Lena

  9. Hallo Lena,

    vielen Dank für deine offenen Worte! Ich finde es auch nicht schlimm, dass du es deutlich angesprochen hast.

    Ich weiß nicht, ob ich selbst noch von Depressionen sprechen würde, ich nenne es „Ängste“, weil ich das am treffendsten finde. Versagensängste eben. Ich bin zum Glück auch schon seit einigen Jahren aus der Phase heraus, in der ich dachte, es wäre für alle am besten, wenn es mich nicht gäbe.

    Es hat sich vieles gebessert, aber ich bin das Elend natürlich nie losgeworden. Phasenweise trifft es mich und ich denke, dass ich alles falsch mache, dass ich allen nur schade, dass ich ein Versager bin.

    Inzwischen geht mein Umfeld zum Glück etwas anders mit diesen Phasen um als noch vor zwei, drei Jahren. Und ich bin einige Stressoren los.
    Meine Familie, die ich sehr liebe, von denen ich mich aber auch sehr unter Druck gesetzt fühlte (und manchmal noch fühle) sehe ich nicht mehr so häufig wie früher, der Ex, für den ich ständig das Denken übernehmen musste, ist weg, Studium doch noch geschafft, Job gefunden.

    Ich möchte eigentlich nie wieder eine Therapie machen. Dadurch habe ich mich noch minderwärtiger gefühlt. Hinzu kam, dass die Therapeutin scheinbar in ihrem ganzen Leben noch nie ein Problem hatte. Mit meinen Existenzängsten konnte sie gar nichts anfangen. Ich würde sagen: Tochter aus reichem Hause, die nie mit Widerständen zu kämpfen hatte, Studium von Eltern finanziert, musste selbst nie richtig arbeiten, lässt sich vom Ehemann aushalten und „therapiert“ eher als Hobby.

    Immerhin bin ich (glaube ich😉 ) in einer Phase des Erkennens angelangt. Ich schaffe es inzwischen, mich schnell wieder aufzurappeln und erkenne auch, dass ich mich in Ängste hineinsteigere. Ich schaffe es dann meistens, ein oder zwei Tage später annähernd wieder auf „normal“ zurückzudrehen.

    Das finde ich für mich persönlich schon ziemlich gut.🙂

    Oh, upps, E-Mail-Adresse! Ich muss mir mal eine für dieses Blog zulegen, du hast recht! Ich werde dir Bescheid geben, sobald ich eine habe.

    Ich würde mich freuen, wenn du dich zum Bloggen motivieren ließest. Was du mir oben schreibst, lässt mich darauf schließen, dass es zumindest zu mir (und garantiert auch zu anderen) gewisse Parallelen gibt.
    Versuchs doch mal – wenns dir nicht gefällt, löscht du den Eintrag einfach wieder.

    Liebe Grüße und nochmals danke für deine Offenheit!
    Crab

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