In welcher Nische bloggst du?

Gerade las ich diesen Artikel. Er handelt vom Bloggen über Themen, von denen man (noch) keine Ahnung hat, vom Bloggen in Nischen, in denen man sich (noch) nicht auskennt. Da es mich an meine eigenen Anfänge in der Blog-Welt erinnert, wollte ich gern ein paar Gedanken zu dieser „Rookie“-Zeit aufschreiben… ich fühle mich ein wenig philosophisch gerade.😉

Zuerst habe ich hauptsächlich über meine damals regelmäßig depressiven Gedanken und meine begründeten und unbegründeten Ängste gebloggt. Auf Dauer macht es jedoch keinen Spaß, nur über Negatives, Trauriges, Beunruhigendes zu schreiben und so hatte ich schnell das Gefühl, keine richtige „Identität“ im Bloggoversum zu besitzen und verlor die Freude an meinen eigenen trostlosen Gedanken.

Ungefähr zur gleichen Zeit, in der ich meine ersten Blogversuche startete, versuchte ich verzweifelt, mir mit Hilfe von Büchern, Zeitschriften und dem Internet das Stricken beizubringen. So stieß ich auch auf die ersten Strickblogs.

Ich war begeistert von den persönlichen Strickberichten, von den Tipps, den Linkempfehlungen, den Fotos. Ich hinterließ einige Kommentare und erhielt hilfreiche Antworten auf meine Strickfragen. Schnell war klar: Ich wollte auch ein „Strickblogger“ sein! Das Problem war nur: Ich hatte keine Ahnung vom Stricken.

Trotzdem ging mein neues Blog an den Start und relativ schnell hatte sich herumgesprochen, dass dort jemand verzweifelt das Stricken lernen wollte.😉 Innerhalb kürzester Zeit erhielt ich viele nette, ermutigende Kommentare und mir wurde auf diesem Wege viel geholfen. Endlich lernte ich, dass ich nicht die erstbeste billige Wolle im Schnäppchenmarkt kaufen sollte. Aber war ich schon zum „Strickblogger“ geworden? Ich hatte ja noch immer keine Ahnung!

Aber gerade diese Ahnungslosigkeit war es wahrscheinlich, die mich vorangebracht hat. Ich wollte unbedingt lernen, wie man vernünftig strickt, ich wollte darüber schreiben. Doch wie das so ist mit den Höhen und Tiefen des Lebens – meine Art des Bloggens, meine Inhalte und Themen mussten sich zwangsläufig ändern und in andere Richtungen entwickeln.

Und heute? Ich bin gar nicht so sicher, in welcher Nische ich nun blogge. Fakt ist, dass ich immernoch eine Strick-/Häkel-/Näh-Anfängerin bin. Sobald ich in einer Sache besser werde, suche ich mir  zusätzlich etwas Neues, das ich lernen kann. Das ist meine Motivation: Lernen. Ich fühle mich ganz wohl damit, auch wenn ich nie werde Expertentipps geben können.

Wie ist das bei euch? Fühlt ihr euch einer „Nische“ zugehörig? Welcher? War es bei euch wie bei mir, habt ihr das Bloggen als Motivations- und Lernhilfe genutzt? Oder war es bei euch umgekehrt und ihr hattet mehr Spaß daran, über die Dinge zu schreiben, in denen ihr gut seid?

4 Kommentare

Eingeordnet unter Blogging

4 Antworten zu “In welcher Nische bloggst du?

  1. Ich blogge gerne über das, was ich stricke oder den Ärger und die Freuden dabei. Ein Blog mit persönlichen Dingen „über Gott und die Welt“ wollte ich nicht führen. Aber wer weiß – vielleicht kommt ja irgendwann noch eines dazu😉
    In eine Nische oder zu einer Gruppe möchte ich mich gar nicht drängen lassen. Wozu auch? Ich habe schon als Teenager Musik gehört, die nicht nicht in den Charts zu finden war und man hielt mich für bekloppt… Muß man denn die Top-10 klasse finden, nur weil man eben altermäßig in der Zielgruppe ist?
    Und so sehe ich das auch beim Bloggen: schreibe über das, was Deiner Meinung nach (!) ins Blog soll und laß dich nicht klassifizieren. Mischungen sind immer interessanter als pure Reinheit😉

    Liebe Grüße, Kerstin

  2. Sal

    Hi Kerstin!

    Nein, drängen lasse ich mich auch nicht, es war ja immer meine freie Wahl, in welche Richtung ich gehen wollte.
    Ich habe nur festgestellt, dass manche Leser einen leichter finden, wenn sie das Blog zuordnen können.
    Im Moment bin ich auch mehr oder weniger Nischenlos, aber ich gebe meinem Blog eigentlich immer ganz gern eine gewisse Richtung. Am liebsten in den Bereich „Kreatives“.😉

    So, nun muss ich Fußball schauen.😉

    Liebe Grüße!

  3. Ich bevorzuge einen Blog über unser Leben zu schreiben. Wir sind oft unterwegs, erleben viele schöne Dinge und wir haben viele Freunde von überallher – so kann man alle ein wenig auf dem Laufenden halten. Ein Bastelblog wird es bei mir nicht werden, aber über eine Bärensparte denke ich scon manchmal nach ;0))

  4. Sal

    Oh, eine Bärensparte! Ja, bitte!🙂

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