Kein Internet, dafür aber Depressionen

Seit drei Tagen haben wir kein Internet mehr. Leider kann uns niemand sagen, woran das liegt. Der Router ist ok und die Leitung ist ok, sagt der Anbieter. Und trotzdem tut sich nichts. Es ist frustrierend. Ich muss also vom Handy aus bloggen.

Weihnachtliche Stimmung will bei mir auch nicht aufkommen. Ich bin einfach nur erschöpft und jeder noch so kleine Handgriff fällt mir schwer.

Wenn ich nicht kürzer trete, schlittere ich in den Burn Out, so der Psychotherapeut. Vor vier Wochen sah alles nach Besserung aus, jetzt wieder extreme Verschlechterung.

Unverständnis meiner Eltern: wie kann sich ein Zustand verschlechtern, der sich vor einigen Wochen zu verbessern schien?

Depressionen sind eine Krankheit. Das Krankheitsbild kann sich verbessern, aber auch verschlechtern. Nichts daran ist konstant, die Krankheitsphasen sind nicht berechenbar.

Und nein, es ist nicht mit einem Arschtritt getan. Das hier ist keine schlechte Laune, kein PMS, keine Faulheit. Es ist eine Krankheit, die ich nicht haben will, die aber nunmal da ist.

Es ist kein Spaß, keine Absicht. Es liegt nicht daran, dass ich nicht will, sondern dass ich nicht kann.

5 Kommentare

Eingeordnet unter That's Life!

5 Antworten zu “Kein Internet, dafür aber Depressionen

  1. Liebe Sal,
    das klingt sehr ernst. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass dieses Gefühl von Depression und Burn-out sehr unterschiedliche Ursachen haben kann und es gar nicht so einfach ist, herauszubekommen, was wirklich eine Besserung bringen könnte. Ich selbst war jahrelang (und mit dankenswerter Unterstützung meiner Migräne) total überfordert am Arbeitsplatz, nicht fachlich, aber: New Economy, totaler Druck und Stress, viel Reisen, ewige Müdigkeit usw.. Es war furchtbar. Ich hatte irgendwie Glück, weil meine bessere Hälfte einen Arbeitsplatz im Ausland bekommen hatte und ich einen guten Grund hatte zu kündigen und erst mal nicht zu arbeiten. Ich persönlich habe Jahre gebraucht, mich wieder zu fangen und herauszufinden, dass diese unter Hochdruck laufenden 9-20 Jobs mich einfach grundsätzlich fertig machen und Gift sind für mich. Jetzt habe ich mich komplett anders orientiert (Stichwort: downsizing) und fühle mich wieder wie ich selbst.
    Wenn ich mich übrigens in meinem Bekanntenkreis so umschaue, dann scheint das eine Art Massenepidemie zu sein…
    Liebe Grüße
    Violetta

    • Sal

      Hallo Violetta,

      ja, das ist es auch, in meinem Bekanntenkreis ist das ebenso.
      Noch habe ich leider keine Lösung für mich gefunden, aber ich hoffe, dass mir im neuen Jahr der ein oder andere Geistesblitz kommt…

      LG,
      Sal

  2. Grüß Dich Sal,

    es passt nicht wirklich zum Artikel.. ..und sehr spät dran wäre ich auch. Artikel ist ja vom 7ten, also steinalt. Bei Blogspot gebe ich nach 2 erfolglosen Versuchen zu kommentieren auf, hatte ich schon häufiger. Mag Opera / Epiphany, solche einfachen Browser wohl nicht😦

    Jedenfalls – Frohe Weihnachten!

    (Mein erster Kommentar „drüben“ war länger. Sogar in English…)

  3. Hallo Sal,
    Etwas spät, aber besser als nie🙂
    Gib auf Dich acht!
    Mein Mann ist seit Juli letztes Jahres wg. Burnout krank geschreiben, bekam endlich einen Termin bei einem wirklich hervorragenden Psychiater und ist nun seit 1 Woche in der Reha (insges. 5 Wochen).
    Bei ihm wird’s wohl so sein, daß er in seinem bisherigen Job nicht mehr weitermachen kann. System-Administrator, Hektik pur.
    Von alleine kürzer treten funktioniert da kaum. Versuche eine Reha oder sogar Akutklinik zu beantragen!
    Ich wünsche Dir viel Glück und viel Kraft.

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s